Kein Vorwurf – nur Physik. Diese Seite zeigt in zwei Minuten, wo das Wasser herkommt, warum Sie es nicht sehen und wie Sie es mit ein paar Minuten Lüften am Tag verhindern.
So funktioniert es

Jeder Atemzug, jede Dusche, jeder Kochtopf und jede nasse Wäsche gibt Wasser an die Raumluft ab. Solange die Luft warm ist, bleibt dieses Wasser unsichtbar. Zum Problem wird es erst an kalten Stellen – am Fenster, in Zimmerecken, hinter dem Schrank an der Außenwand.
Ein grober Überblick, wie viel Feuchtigkeit an einem normalen Tag in Ihrer Raumluft landet. Alles Wasser, das irgendwohin muss – nach draußen oder in die Wände.
Je wärmer die Luft, desto mehr unsichtbaren Wasserdampf kann sie halten. Ein geheiztes Zimmer ist wie ein voller Schwamm aus Luft – prall gefüllt, aber man sieht nichts.
Trifft die warme, feuchte Luft auf eine kalte Fläche, kühlt sie ab und kann das Wasser nicht mehr halten. Es fällt aus – als Tropfen.
Am Glas sehen Sie das Wasser. In Tapete, Farbe und Putz sehen Sie es nicht – dort zieht es ein. An „Kältebrücken", etwa Zimmerecken an der Außenwand hinter einem Schrank, bleibt die Wand ständig leicht feucht.
Stellen Sie Ihr Raumklima und die Temperatur einer kalten Außenwand-Ecke ein. Sie sehen sofort, wann das Wasser aus der Luft an der Wand hängen bleibt – oft lange bevor man es mit dem Auge erkennt.
Schimmelsporen und feiner Staub schweben in jeder Wohnung durch die Luft – das ist völlig normal. Zum Wachsen brauchen sie nur eines: eine dauerhaft feuchte Oberfläche.
Feinster Staub und Schimmelsporen liegen in der Luft – in jeder Wohnung, überall.
Eine Wand bleibt über Wochen leicht feucht, weil die Feuchtigkeit nicht weggelüftet wird.
Die Sporen keimen im Feuchten – zuerst ohne dass man etwas sieht oder riecht.
Dunkle Flecken erscheinen. Der Schimmel ist das Ende einer langen feuchten Kette – nicht ihr Anfang.
Kein Umbau, keine teure Technik. Die Feuchtigkeit muss einfach regelmäßig nach draußen, bevor sie in die Wände zieht.
Fenster mehrmals täglich für 5–10 Minuten ganz öffnen. Ein gekipptes Fenster tauscht kaum Luft und kühlt nur die Wand aus.
Gegenüberliegende Fenster gleichzeitig öffnen. Die feuchte Luft ist dann in wenigen Minuten draußen.
Über Nacht sammelt sich das meiste Wasser. Direkt nach dem Aufstehen Fenster weit auf.
Dabei die Tür geschlossen halten, damit sich die Feuchtigkeit nicht in der ganzen Wohnung verteilt.
Schränke etwa 5–10 cm von kalten Außenwänden wegstellen, damit Luft dahinter zirkulieren kann.
Räume nicht ganz auskühlen lassen. Kalte Wände ziehen Feuchtigkeit an – auch ungenutzte Zimmer brauchen etwas Wärme.
Kostet ein paar Euro. Ideal sind 40–60 % Luftfeuchtigkeit. Dauerhaft über 60 % ist ein klares Warnsignal.
Eine nasse Ladung gibt Liter an Wasser ab. Wenn es nicht anders geht: Fenster dabei öffnen.
In Zeiten hochdichter Wohnungen mit gedämmten Fassaden und luftdichten Fenstern sind besondere Maßnahmen zum angemessenen Heizen und Lüften zu beachten. Unerwünschte Schimmelpilze entstehen fast immer durch die Kombination aus falschem Lüftungs- bzw. Heizverhalten und dichten Bauteilen. Ursache ist in aller Regel eine zu hohe Luftfeuchte.
Eine Familie produziert typischerweise 8–12 Liter Wasser pro Tag in der Wohnung – durch Waschen, Duschen, Kochen, Pflanzen und die Personen selbst. Früher wurde diese Feuchtigkeit durch undichte Fenster und Wände nach außen transportiert. Bei heutigen dichten Fenstern, Türen und wärmegedämmten Fassaden ist der Abtransport oft nicht ausreichend gesichert – der Pilz „fühlt sich wohl", wächst und gedeiht.